Kleine Motive auf der großen Bühne: Makrofotografie für Einsteiger

Grundlagen & das richtige Equipment

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Makrofotografie für Einsteiger Grüne Schlange

Die Makrofotografie gehört traditionell zu den beliebtesten Disziplinen am Auslöser. Für ansprechende Resultate ist es notwendig, die Grundlagen zu kennen und zu verstehen. Im Folgenden deswegen der Blick auf die wichtigsten theoretischen und praktischen Basics.

Kurz und bündig: Das ist Makrofotografie

Zunächst eine Begriffsklärung. Diese deutet nämlich bereits unmissverständlich an, worum es bei der Makrofotografie geht. Als Basis dient das griechische Wort „makros“, das „groß“, „lang“ oder „weit“ bedeutet. Im Kontext der Fotografie ist also klar: Die Makrofotografie ermöglicht sehr große, detaillierte Aufnahmen von zumeist sehr kleinen Objekten.


Die Makrofotografie in Zahlen

Der Vergrößerungsfaktor ist sogar durch eine DIN-Norm definiert, nämlich durch die DIN 19040, die einen Abbildungsmaßstab zwischen 1:10 und 10:1 vorgibt. In der Praxis ist diese Spanne jedoch deutlich kleiner: Viele Makrofotografien entstehen im Bereich zwischen 1:5 und 5:1, manche Fotografen sehen die Grenze sogar nur bei 2:1.

Die Makrofotografie ist damit das Gegenteil zur Weitwinkelfotografie und mit dem passenden Equipment können Fotografen schon bald die ersten eigenen Schritte unternehmen – das nötige Fachwissen vorausgesetzt. Mit diesem sind beeindruckende Makroaufnahmen nämlich kein Hexenwerk mehr, sondern können ebenso frei und vielfältig aufgenommen werden wie der Schnappschuss mit der Sofortbildkamera.


Welches Equipment wird verlangt?

Bei der Hardware gilt wie in allen Bereichen der Fotografie: Die Kamera ist die Basis, das Objektiv entscheidet über die Art des Fotos. Für Makrofotos ist folglich ein Makroobjektiv* nötig. Immerhin sind hochwertige DSLR-Kameras von Canon, Sony, Nikon und Co. schon vergleichsweise günstig erhältlich. Auch Makroobjektive gibt es in ganz verschiedenen Preisklassen, wie diese Übersicht zeigt.

Unabhängig vom verwendeten Modell ist übrigens ein Stativ* unbedingt empfehlenswert. Dafür gibt es gleich zwei Gründe:

  • Die Positionierung der Kamera zum Motiv muss bei der Makrofotografie sehr genau bestimmt werden.
  • Wegen des hohen Detailgrads reicht beim Auslösen schon der leichteste Wackler, um das Bild unscharf werden zu lassen.

Ein Stativ erleichtert die Arbeit ganz wesentlich und sorgt für bessere Resultate. Natürlich ist es dennoch möglich, auch freihändig tolle Makrofotos zu schießen, doch speziell am Anfang, wenn noch viele Basics zu beachten sind, hilft ein Stativ dabei, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.


Welche Motive bieten sich für die Makrofotografie an?

Grundsätzlich eignet sich die Makrofotografie für Fotografen aller Themenbereiche. Bekannt geworden ist sie allerdings durch ihre starken Resultate im Bereich der Produktfotos – der hohe Detailgrad spricht für sich.


Beim Fotografieren: Die Drittel-Regel als Basis

Nachdem die ersten Makro-Schüsse gefallen sind und sich langsam, aber sicher ein Gefühl für diese spezielle Art von Aufnahmen entwickelt, kann die Drittel-Regel eine wertvolle Hilfestellung sein:

  • Sie unterteilt das Bild in insgesamt neun Segmente: Das Bild wird vertikal und horizontal mit Hilfslinien gedrittelt, sodass neun gleich große Bereiche entstehen.
  • Die vier Hilfslinien treffen sich an vier Schnittpunkten rund um das Zentrum.
  • Auf einen dieser vier Punkte lässt sich das Motiv legen – es entsteht eine angenehme Aufteilung der Fläche.
  • Bei vielen Kameras lassen sich die Hilfslinien im Sucher oder auf dem Display anzeigen. In diesem Fall wird nicht einmal das eigene Augenmaß benötigt.

Doch die Drittel-Regel eignet sich noch für viele weitere Zwecke. So sind die horizontalen Linien sehr nützlich, um beispielsweise die Trennlinie zwischen Vordergrund und Hintergrund genau festzulegen. Generell hilft die Segmentierung bei der Platzierung aller im Bild enthaltenen Elemente; als Resultat wirkt das Bild harmonischer.


Auch Fibonacci ist nicht zu vergessen

Eine weitere Hilfe verspricht die Mathematik, und zwar in Form der Fibonacci-Zahlen. Die Fibonacci-Folge hilft nämlich (genau wie der Goldene Schnitt) bei der Positionierung des Motivs. Und siehe da: Tatsächlich empfindet das menschliche Auge eine Aufteilung von Flächen, die der Fibonacci-Folge entsprechen, als harmonisch und angenehm. Einen Beweis dafür liefert auch die Natur selbst: Die weltbekannte Nautilus-Geometrie (eine logarithmische Spirale) dient und diente etlichen Lebewesen und natürlichen Strukturen als architektonische Formel – bei der Makrofotografie kann dieses Wissen ausgenutzt werden, um gelungene Bilder zu erschaffen.

Lexikon Goldener Schnitt – NEU 2017: Wie Du sofort langweilige Bilder vermeidest

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Last, but not least: Erfahrung und Gespür als wichtigste Zutat

Zu guter Letzt sollte noch erwähnt werden, dass selbst das beste Equipment und das theoretische Fachwissen nur so gut sind, wie der Fotograf es umsetzt. Denn die Essenz der Fotografie liegt immer noch beim Fotografen selbst: Auge und Finger entwickeln mit der Zeit (und der Erfahrung) immer mehr Feingefühl. Diesen Prozess kann die Hardware nicht übernehmen; „learning by doing“ ist bei der Makrofotografie angesagt.

Doch diese Feststellung sollte keinesfalls entmutigend klingen. Ganz im Gegenteil, ist die Lernkurve bei der Makrofotografie gerade anfangs recht steil und sehr motivierend. Die Fortschritte werden schon nach den ersten Foto-Sessions sichtbar und erst nach und nach wird deutlich, welche atemberaubenden Effekte mit den Features der DSLR möglich sind. Die Nachbearbeitung sorgt anschließend für den Feinschliff und öffnet die Tür zur Welt der professionellen Fotografie ziemlich weit.


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Über Johannes 41 Artikel
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