Bevor Sie die Kamera zücken, ist eine durchdachte Planung entscheidend. Definieren Sie zunächst die Zielplattform für Ihr Video. Bei sozialen Medien wie Instagram oder TikTok sollten Sie besonders auf einen packenden Einstieg setzen, da die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer hier besonders kurz ist.
Analysieren Sie die Alleinstellungsmerkmale Ihres Produkts. Machen Sie sich Notizen zu den technischen Spezifikationen, besonderen Funktionen und Materialien. Diese Erkenntnisse helfen später bei der visuellen Inszenierung und der farblichen Abstimmung mit dem Hintergrund.
Ein strukturierter Drehplan, auch „Shortlist“ genannt, dokumentiert die geplanten Kameraeinstellungen und Übergänge. Dies verhindert, dass wichtige Produktmerkmale vergessen werden. Auch wenn Sie spontan arbeiten möchten, dient diese Liste als hilfreiche Orientierung während des Drehs.
Die Musikauswahl sollte bereits vor dem Dreh feststehen. Nutzen Sie dafür lizenzfreie Musik von spezialisierten Plattformen wie Epidemic Sound oder Premium Beat. So können Sie Ihre Aufnahmen später gezielt im Takt der Musik schneiden, was für eine professionelle und dynamische Wirkung sorgt.
Setup und Umgebung
Die Wahl der richtigen Kulisse bestimmt maßgeblich die Qualität Ihres Produktvideos. Ein professionelles Studio ist dabei nicht zwingend erforderlich – selbst der eigene Schreibtisch oder ein Café können als Drehort dienen. Ansonsten können Dienstleister wie Promo-Profis, bei diesen Vorhaben helfen.
Für eine cleane Studiosituation eignet sich eine Hohlkehle: Eine gebogene Fläche, bei der der Hintergrund nahtlos in den Untergrund übergeht. Befestigen Sie dafür weißen Tonkarton mit Klemmen an Stativen. Alternativ bietet sich ein PVC-Hintergrund an, der wasserabweisend ist und interessante Lichtreflexionen erzeugt.
Die Wahl des Untergrundes hängt von Ihrem Produkt ab. Glatte Oberflächen wie Glas verleihen dem Video eine hochwertige Note. Holz schafft eine warme Atmosphäre, während Aluminium-Riffelblech einen industriellen Look erzeugt.
Ein häufiger Fehler ist die Überladung der Szenerie mit dekorativen Elementen. Der Hintergrund sollte Ihr Produkt ergänzen, nicht davon ablenken. Experimentieren Sie mit verschiedenen Materialien und Farben, aber behalten Sie stets den Fokus auf das eigentliche Produkt.
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Technische Grundlagen
Makellose Sauberkeit ist bei Produktaufnahmen unverzichtbar. Selbst kleinste Staubpartikel oder Fingerabdrücke werden in der Nahaufnahme sichtbar. Arbeiten Sie daher mit Stoffhandschuhen und reinigen Sie sowohl das Produkt als auch die Kameralinse gründlich mit Mikrofasertüchern.
Die richtige Beleuchtung entscheidet über die professionelle Wirkung. Eine Softbox als Hauptlichtquelle sorgt für weiche Schatten und gleichmäßige Ausleuchtung. Ergänzen Sie diese durch ein Spitzlicht – eine gerichtete, intensive Lichtquelle – die von hinten auf das Produkt trifft. Dies hebt die Konturen hervor und trennt das Objekt optisch vom Hintergrund.
Der Weißabgleich sichert eine naturgetreue Farbdarstellung. Nutzen Sie dafür spezielle Apps wie Filmic Pro, die eine manuelle Anpassung ermöglichen. Bei Glasobjekten platzieren Sie die Lichtquellen seitlich oder oberhalb, um störende Reflexionen zu vermeiden.
Die Bildrate bestimmt die Qualität von Bewegungsaufnahmen. Für Zeitlupeneffekte wählen Sie mindestens 60 Bilder pro Sekunde (fps), optimal sind 240 fps. Beachten Sie: Je höher die Bildrate, desto mehr Licht wird benötigt, da die Belichtungszeit pro Bild kürzer ausfällt.
Kameraführung und Bewegung
Die Wahl der Smartphone-Objektive beeinflusst die visuelle Wirkung entscheidend. Neben den integrierten Linsen Ihres Smartphones erweitern externe Objektiv-Aufsätze die kreativen Möglichkeiten. Ein Makro-Objektiv enthüllt feinste Produktdetails, während ein Teleobjektiv durch seine geringe Schärfentiefe den Hintergrund angenehm unscharf erscheinen lässt.
Die Perspektive prägt die Wahrnehmung der Produktgröße. Aufnahmen von unten lassen Gegenstände imposanter erscheinen, während die Vogelperspektive sie kompakter wirken lässt. Vermeiden Sie zu bildschirmfüllende Einstellungen – Ausnahme sind bewusst gewählte Detailaufnahmen.
Bewegte Aufnahmen steigern die Dynamik Ihres Videos. Ein motorisierter Drehteller ermöglicht gleichmäßige 360-Grad-Ansichten des Produkts. Mit einem Kameraslider, einer Schiene für horizontale oder vertikale Kamerafahrten, erzeugen Sie professionell wirkende Bewegungsaufnahmen.
Bei Freihandaufnahmen reduzieren Sie Verwacklungen durch Körperbewegungen statt Handbewegungen. Halten Sie das Smartphone fest und verlagern Sie die Bewegung in die Hüfte. Diese Technik sorgt für flüssigere Kamerafahrten. Ein externes Stabilisierungssystem, auch Gimbal genannt, unterstützt zusätzlich bei verwacklungsfreien Aufnahmen.
Postproduktion
Professionelle Übergänge zwischen den Szenen entstehen durch fließende Bewegungsabläufe. Achten Sie darauf, dass die Kamerabewegung einer Einstellung in der nächsten Szene fortgeführt wird. Dies schafft einen harmonischen Fluss und vermeidet abrupte Schnitte.
Keyframes sind digitale Markierungen, die Bewegung in statische Aufnahmen bringen. In Ihrem Schnittprogramm setzen Sie diese Orientierungspunkte, um sanfte Zoom-Effekte oder Kameraschwenks zu simulieren. Diese Technik verleiht selbst ruhigen Produktaufnahmen zusätzliche Dynamik.
Beim Color Grading, der farblichen Nachbearbeitung, ist Zurückhaltung gefragt. Die Farbkorrektur soll die natürliche Produktanmutung verstärken, nicht verfälschen. Verzichten Sie auf extreme Farbfilter, die häufig in Spielfilmen zum Einsatz kommen.
Ein durchdachtes Sounddesign verstärkt die visuelle Wirkung. Neben der Hintergrundmusik können dezente Effekte wie Übergangsgeräusche oder produktspezifische Klänge die Atmosphäre bereichern. Schneiden Sie die Bildübergänge im Rhythmus der Musik – dies erzeugt eine synchrone Verbindung von Bild und Ton.
Die digitale Bildstabilisierung glättet nachträglich verwackelte Aufnahmen. Moderne Schnittprogramme wie DaVinci Resolve bieten automatische Stabilisierungsfunktionen, die selbst bei Freihandaufnahmen für ruhigere Bilder sorgen.
Optimierung für Social Media
Die ersten drei Sekunden entscheiden über den Erfolg Ihres Produktvideos in sozialen Medien. Platzieren Sie die beeindruckendste Szene oder das herausragendste Merkmal Ihres Produkts direkt am Anfang, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu fesseln.
Kürze ist das oberste Gebot für Social-Media-Formate. Vermeiden Sie redundante Szenen und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Produkteigenschaften. Jede Einstellung sollte einen Mehrwert bieten und die Geschichte Ihres Produkts vorantreiben.
Die Anpassung an die jeweilige Plattform ist entscheidend. Berücksichtigen Sie die bevorzugten Videoformate der einzelnen Kanäle: Vertikale Clips für Instagram-Stories und TikTok, quadratische Formate für den Instagram Feed oder Landscape-Format für YouTube.
Ein prägnanter Spannungsbogen hält die Zuschauer bis zum Ende bei der Stange. Beginnen Sie mit dem Highlight, zeigen Sie die wichtigsten Features und schließen Sie mit einem überzeugenden Call-to-Action ab – etwa dem Hinweis, wo das Produkt erhältlich ist.